QUALITY OUTPLACEMENT
DR. CORNELIA RIECHERS
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Lust oder Frust 

Die Wahl des "richtigen" Berufs und ihre Bedeutung für den Arbeitserfolg
Aus: Personalführung 3/1999 vom März 1999
Von Dr. Cornelia Riechers

Lesen Sie hier die ungekürzte Originalfassung!

"Berufswahl als psychische Wahl" hieß das Thema beim diesjährigen Teesalon des Düsseldorfer Beratungsunternehmens Quality Outplacement. Personalmanager und Psychologen diskutierten die Frage, welche inneren Kräfte unsere Berufswahl beeinflussen und wie unsere Wahl die Weichen stellt für Erfolg oder Misserfolg.


Führungskräfte haben täglich mit dem beruflichen Erfolg oder Scheitern von Menschen zu tun. Manche Mitarbeiter sind begeistert von ihrer Tätigkeit, üben sie mit Liebe und Lust aus und vollbringen darin Spitzenleistungen. Andere erfüllen ihre Aufgabe mehr routinemäßig und sind höchstens aus Pflichtgefühl leidlich gut. Noch anderen merkt man an, dass sie sich nur mühsam zur Arbeit bewegen. Sie sind oft krank und erzielen selten wirklich gute Ergebnisse.

Dies ist zum einen durch Umweltfaktoren bedingt, wie Arbeitsbedingungen, Vorgesetzte oder Kollegen, die Arbeitsfreude und -erfolg des Einzelnen erheblich beeinflussen. Aber wie lässt sich die Tatsache erklären, dass manche Menschen auch unter widrigen Umständen erfolgreich sind, während andere es selbst bei optimalen Bedingungen nicht zu nennenswerten Leistungen bringen?

"Es liegt an der Tätigkeit selbst," meint Jürgen Vogt, Diplom-Psychologe und Referent des Abends. "Sie muss zu dem Menschen passen." Neben den Umweltfaktoren gebe es Persönlichkeitsfaktoren, von denen es abhänge, ob ein Mensch sich für eine Tätigkeit eigne oder nicht. Wenn jemand sich zur Beschäftigung mit kleinen, feinen Dingen hingezogen fühle, tauge er einfach nicht für grobe Berufe wie Schmied oder Betonbauer. Und wenn einer seinen Blick zu Boden richte und dabei die interessantesten Dinge finde, dann sei der Beruf des Dachdeckers für ihn eine Quelle von Gefahr und Unglück.

Der "richtige" Beruf kommt von innen

Es sind unsere inneren Kräfte, die bestimmen, in welchem Arbeitsfeld wir mit Erfolg tätig werden können. Menschen kommen nicht als unbeschriebene Blätter auf die Welt. Im individuellen Entstehungsprozess, der ja im Zeitraffer die stammesgeschichtliche Entwicklung wiederholt, wird der Kern unserer Persönlichkeit schon festgelegt. So wie unser Äußeres - Statur und Gesichtszüge -, so bringen wir auch ein eigenes Temperament und eigene Charakterzüge mit auf die Welt. Und mit diesen Vorgaben passen wir in ein ganz konkretes Tätigkeitsfeld. Wir arbeiten in schnellen oder in langsamen Abläufen, wir gehen zart oder kraftvoll mit unseren Arbeitsobjekten um, wir ziehen uns ins stille Kämmerlein zurück oder stehen gern im Rampenlicht. Offensichtlich gibt es ganz individuelle Vorlieben in bezug auf

  • die Sinne, mit denen wir hauptsächlich arbeiten,
  • die Objekte, mit denen wir uns befassen,
  • die Werkzeuge, die wir gebrauchen, und die Tätigkeiten, die wir damit ausführen,
  • die Lage und den Ort der Berufsausübung.

All diese Dinge müssen stimmen, damit wir unsere Kräfte in der Arbeit voll entfalten können. Es gibt demnach für jeden einen "richtigen" Beruf, der mit seiner Persönlichkeit harmoniert und ihm gut bekommt. Damit ist nicht unbedingt ein einziger Beruf mit einer klar definierten Ausbildung gemeint. Jemand, der schnelles Fortkommen, Bewegung und Veränderung liebt, kann Kurierfahrer oder Pilot oder Feuerwehrmann werden - aber auch Unternehmenssanierer und Turn-around-Manager.

Wem es gelingt, einen Beruf zu wählen, der seiner Persönlichkeit entspricht, empfindet Lust und Freude. Die Folge: Er ist zufrieden und wird erfolgreich sein. Wer die falsche Wahl trifft, der leidet und wird unzufrieden oder sogar krank.

Die Mitarbeiter im Unternehmen haben ihre Wahl meist schon getroffen. In Deutschland mit seinen rigide festgelegten Berufsbildern ist ein nachträglicher Wechsel aus dem erlernten Beruf zumindest sehr schwierig. Dennoch können Führungskräfte ihren Mitarbeitern helfen, eine Kurskorrektur vorzunehmen, wenn sie den Zusammenhang von Persönlichkeit und ausgeübter Tätigkeit verstehen. So mancher sogenannte "Minderleister" kann durch eine interne Versetzung oder eine Veränderung der Aufgabe neu beflügelt werden.

Wie wählen wir?

Jürgen Vogt ging der Frage nach, wie man seinen Beruf wählt. Wie sind wir zu unseren heutigen Jobs gekommen? Tun wir das, was wir immer schon wollten? Oder haben andere darauf Einfluss genommen? Hat ein Sachzwang unsere Wahl diktiert?
Die Erfahrung zeigt, dass bei der Berufswahl meist nur das Gesetz von Angebot und Nachfrage gesehen wird. Welche Berufe sind derzeit gefragt und welche nicht? Sicherlich spielt es auch eine Rolle, welchen Beruf sich Eltern für ihr Kind wünschen. Oder was Lehrer sagen. Auch der soziale Status der angestrebten Tätigkeit ist wichtig. Der innere Ursprung unserer Berufsideen jedoch gerät dabei nicht ins Blickfeld. Das Gefühl für die eigene psychische Dynamik ist überlagert von praktischen Erwägungen.

Weil Jürgen Vogt glaubte, dass Kinder die ursprüngliche Motivation noch deutlicher spüren, hat er 60 Kinder im Alter von 2 bis 16 Jahren befragt, was sie einmal werden wollen.

Kinder wissen, was sie werden wollen

Zunächst war der Diplom-Psychologe gar nicht sicher, ob die Kinder seine Frage überhaupt verstehen und beantworten könnten. Daher fing er vorsichtshalber beim eigenen Nachwuchs an. Sein ältester Sohn (4) antwortete ohne zu zögern mitten aus dem Lauf heraus: "Erfinder." Da war der Vater erst einmal platt. Die zweieinhalbjährige Tochter strahlte ihn an und sagte sofort: "Ganz groß! Willy Wonder!" (Das ist eine Kinderspielfigur.) Über so spontan geäußerte, klare Berufsvorstellungen verblüfft, wagte Vogt den Versuch, seinen eineinhalbjährigen Jüngsten zu befragen. Der konnte zwar noch nicht sprechen, aber er verstand nahezu alles. Bei der Frage, was er denn werden wolle, wurde der Kleine ganz aufgeregt und wollte auf den Arm. Der Vater nahm ihn hoch, und der Junge zeigte auf alles, durch das man durchgucken kann: Fensterscheiben, die Sichtscheiben des Backofens, der Mikrowelle, der Brotbackmaschine usw.

Die Erfahrung im häuslichen Umfeld ermutigte Jürgen Vogt, seine Befragung auszuweiten. Er ging auf die Straße und war im Nu von Kindern umgeben. Sie hatten aufgehört zu spielen und befassten sich sehr ernsthaft mit der gestellten Frage. Bis auf eine Ausnahme kam von allen Kindern eine deutliche Reaktion. Die meisten antworteten bereitwillig und spontan. Die Kinder, die zunächst nicht antworten konnten, holten dies später nach. Folgende Ergebnisse lassen sich festhalten:

"Löwenbespieler" und Prinzessinnen

1. Viele Kinder nannten spontan nicht nur einen, sondern mehrere differenzierte Berufe. Beispielsweise sagte ein 6-jähriger Junge: "Chemielaborant, Kraftfahrzeug-Mechaniker, Anwalt", und ein 4-Jähriger antwortete: "Pirat und Löwenbespieler". Es stellt sich die Frage, ob sich hier allein die unzensierte kindliche Kreativität zeigt oder ob bereits die heute oft geäußerte Auffassung wirksam wird, dass in der Zukunft ein einziger Beruf im Leben nicht mehr ausreicht.

2. Bis zum Alter von etwa 10 Jahren trennen die Kinder noch nicht zwischen akademischen und nichtakademischen Berufen. In einem Atemzug werden "Tierärztin und Polizistin" als Berufswunsch genannt. Der Unterschied wird ihnen erst später beigebracht.

3. Die 2- bis 3-jährigen Kinder reagierten mit spürbarer Erregung. Freude und Lust, die für den Arbeitserfolg so wichtig sind und die uns später so oft abhanden kommen, zeigten sich hier am deutlichsten.

4. Bei den Antworten der 3- bis 6-Jährigen kann klar zwischen Mädchen und Jungen unterschieden werden. Die Mädchen gaben überwiegend Tänzerin, Ballerina, Prinzessin und Braut als Berufswunsch an. Jürgen Vogt war erstaunt, wie früh und umfassend sich Mädchen bereits mit dem Thema Heiraten befassen. Die Jungen in dieser Altersgruppe nannten zum Teil Berufe, die es noch gar nicht gibt - wie den "Löwenbespieler" -, oder solche, die noch nicht so festgelegt erscheinen - wie Erfinder, Forscher, Pirat oder Torwart. Die Antworten zeigen, dass hier Erregungsbilder noch frei fließen und nicht durch praktische Erwägungen eingeschränkt sind.

Das Innere nach außen bringen

5. Einen spannenden Hinweis lieferte ein 6-jähriger Junge, der bei den anderen als "nicht so helle" galt. Er konnte zunächst nicht auf die Frage antworten, wollte sich aber darüber Gedanken machen. Einige Stunden später lief er hinter Jürgen Vogt her und rief: "Herr Vogt, ich bin Torwart!" Dieser dachte zunächst, der Junge spiele mit anderen Fußball. Er sagte, das fände er schön. Der Junge wurde aber immer aufgeregter und wiederholte den Satz mehrmals. Sein älterer Bruder erklärte dann kopfschüttelnd, dass der Kleine Torwart werden wolle. Nach dieser "Richtigstellung" zog der Junge zufrieden ab. Aus seinem "Versprecher" könnte man schließen, dass das Berufsbild im Inneren bereits als feste Form vorhanden ist und nur noch irgendwie nach außen gebracht werden muss.

6. Ein anderer Junge eröffnete Herrn Vogt, dass er "Krokodil" werden wolle. Er hatte die Frage "Was willst du werden?" nicht als Berufswunsch verstanden, sondern als Metamorphose und Verwandlung. Dieser Junge wird vielleicht in Zukunft zu denjenigen gehören, die Gelerntes einmal auf den Kopf stellen und von einer anderen Seite betrachten, um so zu ganz neuen Ideen und Lösungen zu kommen.

7. Die frühen Berufsbilder der Kinder sind oft identisch oder ähnlich und scheinen über Generationen hinweg gleich geblieben zu sein. Polizist, Feuerwehrmann, Forscher, Pirat, Tänzerin und Prinzessin werden auch heute noch als Berufswunsch angegeben. Die Vorstellungen der kleinen Mädchen bewegen sich in einem Berufskreis, der die zärtliche Beschäftigung mit dem eigenen Körper oder dem Körper anderer beinhaltet. Die Berufskreise der Jungen dagegen sind breiter gestreut.

Von der Lust des Kinderberufs zum Ernst der Erwachsenenwelt

8. Bei den 6- bis 10-Jährigen vermischen sich die erregenden, "archaischen" Bilder schon mit Erwachsenenvorstellungen und -anforderungen. Mädchen äußerten überproportional oft den Wunsch, Tierärztin zu werden bzw. sich irgendwie mit Tieren zu befassen. Die Berufswünsche der Jungen waren auch in dieser Altersgruppe vielfältiger. Eine besondere Bedeutung für die Kinder hat der Fußball. Im "Fußballstar" finden sie die Verwirklichung von Größenideen und Idealen. Ausdruck hierfür waren die Berufswünsche: Fußballer und Torwart. Vielleicht üben dabei auch die astronomischen Einkünfte mancher Spieler ihren Reiz aus.

9. Detektive, Polizisten und Feuerwehrmänner wurden ebenfalls genannt. Diese Kinder werden sich wahrscheinlich in ihren späteren Jobs damit beschäftigen, aufzupassen, andere zu bewachen und zu beschützen. Auch die Gerechtigkeit liegt vielen am Herzen, was im Berufswunsch "Anwalt" deutlich wurde. Nur ein einziger Junge wollte "Arbeiter" werden. Die Mutter schaute ganz traurig dabei. Auch in Zukunft muss es jedoch Menschen geben, die die einfachen Arbeiten verrichten. Ohne sie geht es nicht; ihnen gebührt große Anerkennung. Die Einstellung der Mutter scheint allerdings kein Einzelfall zu sein. Dies wurde auch von einem Personalleiter während des Abends bestätigt: Er berichtete, dass junge Deutsche wenig Interesse an manueller Arbeit hätten, so dass die Betriebe hauptsächlich Ausländer in diesen Berufen ausbilden würden.

10. Die Berufswünsche der über 10-Jährigen waren dann schon sehr konkret: Krankenschwester, Kraftfahrzeug-Mechaniker, Staatsanwalt, Richter etc. Diese Zielvorstellungen sind bereits stark durch die gesellschaftliche und schulische Entwicklung bestimmt.

Kinderberufe und späterer Erfolg

Die Untersuchung hat gezeigt, dass Kinder das Leben spannend finden und ganz genau wissen, was aus ihnen einmal werden könnte. Ihre Vorstellungen sind besetzt mit Erregung und Lust. Wo aber bleibt diese Freude später? Was wird aus all den spannenden Berufsideen?

Aus Erfahrungen und Beobachtungen der Autorin ließe sich schließen, dass die beruflich erfolgreichen Menschen diejenigen sind, die ihre Kinderberufe ergriffen haben. Fritz Henkel, Gründer des gleichnamigen Chemiekonzerns, erinnert sich: "Schon als Knabe bekundete ich für chemische Vorgänge lebhafte Neigung; es stand schon damals für mich fest, dass ich mich diesem Berufe zuwenden würde." Die berühmte Virtuosin Anne-Sophie Mutter wusste bereits mit fünf Jahren, dass sie Geigerin werden wollte. Sie wurde vom Schulbesuch befreit, damit sie sich ganz ihrer musikalischen Ausbildung widmen konnte. Die Gäste des Teesalons lieferten weitere Beispiele: Es kristallisierte sich heraus, dass diejenigen, die die Berufswünsche ihrer Kindheit verwirklicht hatten, ihr Arbeitsleben als schön und befriedigend empfanden.

In den kindlichen Berufsvorstellungen scheint ein Kraftpotential zu liegen, das uns zu großen Leistungen befähigt. Diese Kraft speist sich aus Leidenschaft und Lust. Die Lust bringt den Erfolg. Erfolgreiche Menschen wissen das. So schreibt zum Beispiel Horst Opaschowski, Professor an der Universität Hamburg: "Leben ist die Lust zu schaffen". Er sieht "Lust auf Leistung" als ein menschliches Grundbedürfnis. Und Warren Bennis, der bekannte amerikanische Wirtschafts- und Präsidentenberater, nennt in seinem neuen Buch über Menschenführung "Leidenschaft" als ein wesentliches Kriterium für einen guten Manager. Bennis: "Ich meine damit die grundlegende Begeisterung für die Versprechen des Lebens, verbunden mit der Passion für eine bestimmte Berufung, einen Beruf oder eine Aufgabe. Eine gute Führungskraft liebt ihre Arbeit und arbeitet für das, was sie liebt."

Im Extremfall kann sich hier sogar eine Sucht entwickeln: Arbeit wird zur Droge; der Arbeits"rausch" steigert sich zum Workaholismus.

Wird der Beruf aus rein praktischen Erwägungen heraus gewählt, dann kann dieses Lust- und Kraftpotential nicht oder nicht in vollem Umfang mobilisiert werden. Dies zeigte sich auch in der Diskussion und in Erfahrungsberichten der Teilnehmer: Diejenigen, die aus Rücksicht auf die Eltern oder wegen anderer Widerstände nicht ihren Wunschberuf ergriffen hatten, änderten in vielen Fällen später ihren Weg. Entweder sie übten einen anderen als den erlernten Beruf aus oder sie wurden in Feldern tätig, für die es keine festgelegte Berufsausbildung gibt - wie beispielsweise Personalleiter, Outplacement-Berater oder Geschäftsführer.

Wunschberuf trotz Arbeitsmarktzwängen?

Offenbar existiert eine hohe Korrelation zwischen Kinderberuf und späterem beruflichen Erfolg. Aber macht uns nicht der heutige Arbeitsplatzmangel, der Mangel an Ausbildungsplätzen einen Strich durch die Rechnung? Können wir uns angesichts von 4,5 Millionen Arbeitslosen überhaupt leisten, unsere Berufswahl nach inneren Wunschvorstellungen zu treffen? Die Antwort ist: Wir können nicht, wir müssen! Selbstverwirklichung im Beruf kann nur gelingen, wenn wir unsere inneren Kräfte voll mobilisieren - selbst gegen äußere Widerstände. Es wäre eine interessante Frage, ob Menschen deshalb arbeitslos werden, weil sie den "falschen" Beruf gewählt und eine Kehrtwendung nicht geschafft haben.

Niemand sollte auf seinen Wunschberuf verzichten, nur weil andere ihm sagen, das sei eine "brotlose Kunst". Dietrich Schwanitz, Hochschulprofessor und Autor des Bestsellers "Der Campus", berät in einem offenen Brief seine Tochter bei der Berufswahl: "Keine Sorge, ich will dich nicht davon abbringen, Germanistik und Geschichte zu studieren. Ich weiß, viele glauben, dass man damit nichts wird. Aber das stimmt so pauschal nicht. Wichtig ist, was du aus deinem Studium machst. Jeder sollte das studieren, was er gerne und mit Leidenschaft tut, denn dann wird er immer zu den Besten gehören und auch etwas werden." Schwanitz sieht durchaus die Härte des Studiums wie des Arbeitslebens, aber er glaubt auch, dass derjenige, der von Begeisterung und Lust getrieben wird, zu guten Ergebnissen kommt.

Die richtige Person am richtigen Platz

Jeder, der Andere in ihrer Berufsausbildung und -tätigkeit berät oder führt, sollte um diese Korrelation wissen. Das betrifft keineswegs nur Ausbilder, Lehrer und Berufsberater, die junge Menschen bei der sinnvollen Berufswahl unterstützen können. Gerade der Personalmanager muss dafür sorgen, dass der richtige Mitarbeiter am richtigen Platz arbeitet. Nur dann wird ein optimales Arbeitsergebnis erreicht.

Erfüllt ein Mitarbeiter die Leistungserwartungen nicht, lösen Unternehmen dieses Problem oft dadurch, dass sie sich von ihm trennen. Wird jedoch die Frage gestellt, ob die derzeitige Tätigkeit des Mitarbeiters mit seiner Persönlichkeit harmoniert, ergeben sich ganz andere Möglichkeiten. Eine komplette Umschulung ist dazu nicht notwendig. Denn der Kinderberuf muss nicht deckungsgleich mit der späteren Arbeit sein. Wer als Kind zum Beispiel Polizist werden wollte, der möchte gerne aufpassen, bewachen und beschützen. Oder ihn erregt das Ermitteln, Verfolgen und Aufklären. Oder er liebt große Muskelarbeit, Schnelligkeit und Bewegung bei der Jagd auf Kriminelle. Wenn man das versteht, dann lassen sich in jedem Unternehmen ausreichend viele Tätigkeiten mit denselben Charakteristika finden.

So kann man dem Mitarbeiter genau die Aufgabe übertragen, die seiner Persönlichkeit und den daraus resultierenden Vorlieben entspricht. Damit wird nicht nur das persönliche Wohlbefinden des Mitarbeiters gesteigert, sondern auch seine Leistung für das Unternehmen. Durch die richtigen Aufgaben werden die inneren Kräfte, die Lust und die Leidenschaft der Mitarbeiter voll mobilisiert. Der Erfolg stellt sich dann automatisch ein.

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